Begleitete Besuchstage Basel-Stadt

Von Lic. phil. Heinz Hermann Baumgarten, ehem. Leiter Jugendamt Basel-Stadt

Auf politischer Ebene hatte sich Grossrätin Doris Gysin, ehemaliges Kommissionsmitglied der Pro Juventute beider Basel, mit einem parlamentarischen Anzug vom 4. Februar 1997 für die Einführung des Begleiteten Besuchsrechts Basel-Stadt stark gemacht. Die Leitung des Jugendamtes wurde beauftragt, in enger Zusammenarbeit mit dem Departementssekretariat des Justizdepartements für die Umsetzung dieses Anliegens innert nützlicher Frist besorgt zu sein.

In der Folge wurden mit allen involvierten Kreisen intensive Gespräche geführt: Vormundschaftsbehörde (heute: Kesb), Zivilgericht, Pro Juventute, Fachhochschule für Soziale Arbeit NW sowie verschiedene Fachstellen (Sozialdienst der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik, Sozialdienst Kantonspolizei, Familien- und Erziehungsberatung), Basler Frauenverein am Heuberg (heute: familea) und Frauenrat (heute: Gleichstellungskommission Basel-Stadt.

Mehrere soziale Institutionen hatten sich um die Durchführung eines Pilotprojekts beworben. Die Wahl fiel auf die Pro Juventute, zumal diese am Zürcher Hauptsitz eine entsprechende Fachstelle unterhielt, Grundlagen zur Führung Begleiteter Besuchstage erarbeitet hatte und in einzelnen Kantonen selbst Begleitete Besuchstage anbot.

Im November 1998 lud der Vorsteher des Justizdepartements zur Eröffnungsfeier ins Tagesheim Rebgasse ein. Am 6. Dezember 1998 startete das aus Mitteln des Justizdepartements geförderte zweijährige Pilotprojekt «Begleitete Besuchstage Basel-Stadt». Dem Bezirk Pro Juventute Basel-Stadt wurde vom Hauptsitz eine Projektberaterin zur Verfügung gestellt. Nach erfolgreichem Abschluss wurden die Begleiteten Besuchstage Basel-Stadt (BBT) 2001 im Rahmen einer Leistungsvereinbarung zwischen dem Kanton Basel-Stadt, vertreten durch das Justizdepartement, und der Pro Juventute Basel-Stadt als ein festes Angebot weitergeführt.

Zum Zweck der Qualitätssicherung und Bearbeitung konzeptioneller Fragen wurde von Anfang an eine Fachgruppe eingesetzt, der Vertreterinnen und Vertreter staatlicher und nichtstaatlicher sozialer Fachstellen, des Zivilgerichts, der Vormundschaftsbehörde und der Fachhochschule Nordwestschweiz angehörten. Die 2003 von der Fachgruppe erarbeiteten «Empfehlungen für zuweisende soziale Fachstellen und im Familienrecht tätige Personen» erschienen 2006 in zweiter ergänzter Auflage. Sie wurden von den Kantonen Aargau und Bern übernommen.

Als Durchführungsort steht nach wie vor das Tagesheim Rebgasse der «familea» (vormals Basler Frauenverein am Heuberg) zur Verfügung.

Das Justizdepartement entschied sich für die Pro Juventute Basel als politisch und weltanschaulich neutralen Träger. Nachdem sich die Pro Juventute Schweiz aufgrund einer Restrukturierung ab 2003 aus der Übernahme und Durchführung hoheitlicher Aufgaben im Bereich Kinder- und Jugendhilfe – speziell aus der Führung eigener Angebote für Begleitete Besuchstage – zurückzuziehen begann, beschloss die GGG Basel an ihrer Mitgliederversammlung vom 15. Juni 2005, die «Begleiteten Besuchstage Basel-Stadt» als B-Organisation aufzunehmen. An der Gründungsversammlung vom 18. Oktober 2005 wurden die Statuten der neuen Trägerschaft «Begleitete Besuchstage Basel-Stadt – ein Verein der GGG Basel und der Pro Juventute Basel-Stadt» angenommen, welche seit 1. Januar 2006 die Vereinsgeschäfte führt.

Gemäss Punkt 2 der Statuten verfolgt der Verein folgenden Zweck:

«Zweck des Vereins ist das Führen Begleiteter Besuchstage für Kinder getrennt lebender, geschiedener, alleinerziehender Eltern in Basel-Stadt. Eltern, welche mit besonderen Trennungs- oder Scheidungskonflikten konfrontiert sind und das Besuchsrecht nicht selbständig zum Wohl des Kindes wahrnehmen können, bieten die Begleiteten Besuchstage einen geschützten Rahmen für die Ausübung des Besuchsrechts unter fachlicher Begleitung.»

An der Mitgliederversammlung vom 18. Mai 2011 wurde anlässlich einer Revision der Vereins-Statuten der Vorstand um zwei externe Fachpersonen erweitert, die bis dahin der Fachgruppe angehörten, welche mit diesem Schritt nicht mehr notwendig war, da die Qualitätssicherung und Behandlung konzeptioneller Anliegen nunmehr zur direkten Aufgabe des Vorstands zählt.

Der Verfasser war als Jugendamtsleiter und Kommissionsmitglied der Pro Juventute Basel von Anfang an in die Vorbereitungen und die Durchführung des Angebots «Begleitete Besuchstage Basel-Stadt» eingebunden und hat als langjähriges Mitglied des Vorstands den Trägerverein bis 2013 wiederholt präsidiert.

Die nachfolgende Präsentation Begleitete Besuchstage BBT bildete die Grundlage eines Referats des Verfassers im Rahmen einer Informationsveranstaltung des Centrums für Familienwissenschaften im September 2011 an der Juristischen Fakultät der Universität Basel.

BBT Historie
BBT Worauf beruht das Begleitete Besuchsrecht?
BBT Indikationskriterien für Begleitetes Besuchsrecht
BBT Zielgruppe
BBT Ziele
BBT Gezielte Beratung durch die zuweisende Stelle
BBT Durchführung 1v3
BBT Durchführung 2v3
BBT Durchführung 3v3
BBT Begleitteam
BBT Anforderungen an Begleiter/innen im Umgang mit Säuglingen
BBT Geschäftsstelle
BBT Erschwernisse
BBT Zuweisende Stellen (2010)
BBT Gründe der Zuweisung (2010)
BBT Alter und Geschlecht aller 38 Kinder (2010)
BBT Ein- und Austritte der Kinder (2010)
BBT Wohnsitz der besuchsberechtigten Elternteile (2010)
BBT Nationalität der teilnehmenden Eltern
BBT Herkunftsländer der Eltern (2010)
BBT Dauer in Monaten (2010)
BBT Gründe für die Beendigung (2010)
BBT Wartefristen für angemeldete Personen in Monaten (2010 + 2009)

Das Schema «Ablauf Begleitete Besuchstage Basel-Stadt» ist eine Arbeitshilfe sowohl für die zuweisenden Sozialen Fachstellen als auch für die BBT-Geschäftsleitung. An der Luzerner Fortbildungstagung vom 5. November 2011 wurde es der Tagungsmappe beigelegt und anderen BBT-Organisationen in der Deutschschweiz als Modell empfohlen, «da es eine hohe sachliche Prägnanz aufweist und […] zielführenden Vorbildcharakter für andere Kantone haben könnte.» (Anne Marie Schärer, Leitung Begleitete Besuchstage BBT Luzern und Organisatorin der Fachtagung)
Ablauf begleitete Besuchstage
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